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Individualpsychologie
 
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Alfred Adlers

Das Menschenbild
Alfred Adlers

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Grundbegriffe der Individualpsychologie




>> Finalität::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
>>
Minderwertigkeitsgefühl::::::::::::::::::::::::::::::::::
>>
Kompensation:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
>> Gemeinschaftsgefühl::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
>> Lebensstil::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
>> Tendenziöse Apperzeption::::::::::::::::::::::::::::::::
>> Lebensaufgaben::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

 
 

 

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Finalität

Die Individualpsychologie fragt: was ist der Zweck des Verhaltens? Sie geht davon aus, dass alles Seelenleben zielgerichtet ist, auch wenn die Ziele dem Menschen nicht bewusst sind. Der Mensch ist weder durch seine Erbanlagen noch durch frühkindliche Umwelteinflüsse vollständig kausal determiniert. Die eigentliche Ordnung ist das ziel- und zweckgerichtete Handeln, die Finalität. Dieser teleologische Ansatz unterscheidet die Individualpsychologie von allen anderen psychologischen Theorien..

So gestaltet jeder Mensch mit individueller schöpferischer Kraft aktiv seinen Lebensstil:
Zwar sind für Adler Erbanlagen und Umwelteinflüsse prädisponierende Faktoren des Charakters, Erfahrungen werden aber aktiv gemacht, Erlebnisse subjektiv gedeutet. Nie bewirkt das gleiche Erlebnis bei zwei Menschen das Gleiche. Bei gleichen Erlebnissen wird das eine Kind mutlos, während das andere sich angespornt fühlt: "Nicht die Erlebnisse eines Kindes diktieren seine Handlungsweise, sondern die Schlussfolgerungen, die es aus diesen Erlebnissen zieht" (Adler, 1931). Hierin zeigt sich nach Adler die Freiheit, aber auch die Verantwortlichkeit für das eigene Handeln, die nicht auf andere Menschen oder das Schicksal projiziert werden kann.

 

Minderwertigkeitsgefühl

Das Minderwertigkeitsgefühl gehört nach Adler zur Grundsituation jedes Menschen. Es entsteht aus dem Erleben des kleinen Kindes, im Vergleich zu seiner Umgebung, der Erwachsenenwelt, hilflos, schwach und abhängig zu sein. Bestimmte Erfahrungen in der frühen Kindheit können dieses Gefühl, das zu negativer Selbstbewertung führt, zu einem Minderwertigkeitskomplex verstärken, der dann die Basis zu neurotischen Entwicklungen legt. Zu Beginn seiner Laufbahn betonte Adler "Organminderwertigkeiten" als auslösenden Faktor. Später hielt er Fehlhaltungen in der Erziehung, die Geschwisterkonstellation, die Geschlechtszugehörigkeit und die sozioökonomischen Bedingungen für mindestens ebenso wichtige Faktoren.
Andererseits bezeichnet Adler das Minderwertigkeitsgefühl auch als Motor der Entwicklung („Überwindungsstreben“).

Der Grad der Ausprägung des Minderwertigkeitsgefühls ist nicht nur von der objektiven Minderwertigkeit abhängig, sondern insbesondere von der Art und Weise, wie ein Mensch als Kleinkind von seinen Bezugspersonen akzeptiert und ermutigt wurde und wie er von seinen Mitmenschen angenommen wird. Das Minderwertigkeitsgefühl darf also, obwohl bei jedem Menschen vorhanden, nicht als eine fixe Größe betrachtet werden.

Minderwertigkeitskomplex:
Der Minderwertigkeitskomplex ist der Ausdruck der Entmutigung und macht deutlich, dass ein Mensch an einer Neurose leidet.

 

Kompensation

Kompensation ist der Ausgleich der Minderwertigkeit durch die Verstärkung der Funktionsfähigkeit anderer Organe, durch intensives Training, durch eine bestimmte seelische Einstellung. Die Lehre vom Minderwertigkeitsgefühl und dessen Kompensation im Sicherungs- und Machtstreben wurde zum Kernstück der Adlerschen Persönlichkeits- und Neurosentheorie.

 

Gemeinschaftsgefühl

Der Begriff "Gemeinschaftsgefühl" wurde zum Kennzeichen von Adlers optimistischen Menschenbild. Adler bezeichnete das Gemeinschaftsgefühl als "angeborene latente Kraft, die bewusst entwickelt werden muss" (Adler, 1929). Die Fähigkeit zu mitmenschlichen Beziehungen wird durch Erfahrungen in der Interaktion der frühen Kindheit gebahnt, der Grad an Gemeinschaftsgefühl ist das Kriterium für psychische Gesundheit.

Durch das Gemeinschaftsgefühl wird das Streben nach Macht zum Streben nach Vollkommenheit und so zur "sozial nützlichen Seite" gelenkt, während der Mangel an Gemeinschaftsgefühl zu persönlichem Machtstreben und einer Ausrichtung nach der "sozial unnützlichen Seite" des Lebens führt.

"Es genügt nicht, als Mensch geboren zu werden, man muss lernen, als Mitmensch zu leben!“

 

Lebensstil

Jeder trägt eine 'Meinung' von sich und den Aufgaben des Lebens in sich, eine Lebenslinie und ein Bewegungsgesetz, das ihn festhält, ohne dass er es versteht, ohne dass er sich darüber Rechenschaft gibt. (Adler, 1933a)

Jeder Mensch versucht, die im Kleinkindalter erlebte Minderwertigkeit durch ein Streben nach Vollkommenheit auszugleichen. So legt er sich in seiner Kindheit aufgrund seiner Erfahrungen eine Leitlinie zurechtgelegt, wie er dieses Ziel erreichen kann: Der Lebensstil als weithin unbewusstes (unverstandenes) Programm umfasst sowohl das Selbstkonzept (die Meinung von sich selbst), die Ziele des Individuums (die Vorstellungen darüber, was es meint, erreichen zu sollen), die Meinung von der Welt und formt die Verhaltensstrategien, die es für geeignet hält, um von seinem subjektiven Ausgangspunkt zum Zielpunkt zu gelangen.

Der Lebensstil ist bereits bis zum Alter von vier bis fünf Jahren geprägt, mit den durch ihn ausgeprägten Verhaltensmustern liegt der individuelle Charakter im wesentlichen fest.

Persönlichkeitsentwicklung vollzieht sich somit im Zusammen- und Gegenspiel mit der sozialen Umwelt, wobei Adler das Kind stets als aktives, schöpferisches Wesen und nie als ausschließliches Produkt der Umwelt betrachtet.

 

Tendenziöse Apperzeption

= Das Wahrzunehmende wird mit Hilfe der eigenen Denk- und Fühlstrukturen erfasst und in diese Strukturen eingebaut. Verantwortlich für das, was wir wahrnehmen, sind nicht nur die von außen kommenden Sinnesreize, sondern ebenso unsere individuellen Voraussetzungen: Weltanschauung, Interessen, bereits gemachte Erfahrungen, Wissen, Denkstil, Art und Weise des Fühlens und Denkens, Stimmungen, Bedürfnisse.

 

Lebensaufgaben

Gemeinschaft /Gesellschaft (allgemeine Beziehungsfähigkeit, Fähigkeit des geselligen Umgangs)

Liebe (Partnerbeziehung, Sexualität, Familie)

Leistung ( Beruf - durch die Arbeit leistet der Einzelne seinen Beitrag an die gemeinschaftliche Bedürfnisbefriedigung und hilft so mit, die objektiv gegebene Schwäche des menschlichen Individuums durch einen sachlichen, gemeinschaftlichen Beitrag auszugleichen)
_______Lebensaufgaben Diagramm

 
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