| _______________________________ | Individualpsychologie |
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Das Menschenbild Grundbegriffe der |
Grundbegriffe der Individualpsychologie |
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Die Individualpsychologie fragt: was ist der Zweck des Verhaltens? Sie geht davon aus, dass alles Seelenleben zielgerichtet ist, auch wenn die Ziele dem Menschen nicht bewusst sind. Der Mensch ist weder durch seine Erbanlagen noch durch frühkindliche Umwelteinflüsse vollständig kausal determiniert. Die eigentliche Ordnung ist das ziel- und zweckgerichtete Handeln, die Finalität. Dieser teleologische Ansatz unterscheidet die Individualpsychologie von allen anderen psychologischen Theorien.. So gestaltet jeder Mensch mit individueller schöpferischer Kraft aktiv seinen Lebensstil:
Das Minderwertigkeitsgefühl gehört nach Adler zur Grundsituation jedes Menschen. Es entsteht aus dem Erleben des kleinen Kindes, im Vergleich zu seiner Umgebung, der Erwachsenenwelt, hilflos, schwach und abhängig zu sein. Bestimmte Erfahrungen in der frühen Kindheit können dieses Gefühl, das zu negativer Selbstbewertung führt, zu einem Minderwertigkeitskomplex verstärken, der dann die Basis zu neurotischen Entwicklungen legt. Zu Beginn seiner Laufbahn betonte Adler "Organminderwertigkeiten" als auslösenden Faktor. Später hielt er Fehlhaltungen in der Erziehung, die Geschwisterkonstellation, die Geschlechtszugehörigkeit und die sozioökonomischen Bedingungen für mindestens ebenso wichtige Faktoren. Der Grad der Ausprägung des Minderwertigkeitsgefühls ist nicht nur von der objektiven Minderwertigkeit abhängig, sondern insbesondere von der Art und Weise, wie ein Mensch als Kleinkind von seinen Bezugspersonen akzeptiert und ermutigt wurde und wie er von seinen Mitmenschen angenommen wird. Das Minderwertigkeitsgefühl darf also, obwohl bei jedem Menschen vorhanden, nicht als eine fixe Größe betrachtet werden. Minderwertigkeitskomplex:
Kompensation ist der Ausgleich der Minderwertigkeit durch die Verstärkung der Funktionsfähigkeit anderer Organe, durch intensives Training, durch eine bestimmte seelische Einstellung. Die Lehre vom Minderwertigkeitsgefühl und dessen Kompensation im Sicherungs- und Machtstreben wurde zum Kernstück der Adlerschen Persönlichkeits- und Neurosentheorie.
Der Begriff "Gemeinschaftsgefühl" wurde zum Kennzeichen von Adlers optimistischen Menschenbild. Adler bezeichnete das Gemeinschaftsgefühl als "angeborene latente Kraft, die bewusst entwickelt werden muss" (Adler, 1929). Die Fähigkeit zu mitmenschlichen Beziehungen wird durch Erfahrungen in der Interaktion der frühen Kindheit gebahnt, der Grad an Gemeinschaftsgefühl ist das Kriterium für psychische Gesundheit. Durch das Gemeinschaftsgefühl wird das Streben nach Macht zum Streben nach Vollkommenheit und so zur "sozial nützlichen Seite" gelenkt, während der Mangel an Gemeinschaftsgefühl zu persönlichem Machtstreben und einer Ausrichtung nach der "sozial unnützlichen Seite" des Lebens führt. "Es genügt nicht, als Mensch geboren zu werden, man muss lernen, als Mitmensch zu leben!“
Jeder trägt eine 'Meinung' von sich und den Aufgaben des Lebens in sich, eine Lebenslinie und ein Bewegungsgesetz, das ihn festhält, ohne dass er es versteht, ohne dass er sich darüber Rechenschaft gibt. (Adler, 1933a) Jeder Mensch versucht, die im Kleinkindalter erlebte Minderwertigkeit durch ein Streben nach Vollkommenheit auszugleichen. So legt er sich in seiner Kindheit aufgrund seiner Erfahrungen eine Leitlinie zurechtgelegt, wie er dieses Ziel erreichen kann: Der Lebensstil als weithin unbewusstes (unverstandenes) Programm umfasst sowohl das Selbstkonzept (die Meinung von sich selbst), die Ziele des Individuums (die Vorstellungen darüber, was es meint, erreichen zu sollen), die Meinung von der Welt und formt die Verhaltensstrategien, die es für geeignet hält, um von seinem subjektiven Ausgangspunkt zum Zielpunkt zu gelangen. Der Lebensstil ist bereits bis zum Alter von vier bis fünf Jahren geprägt, mit den durch ihn ausgeprägten Verhaltensmustern liegt der individuelle Charakter im wesentlichen fest. Persönlichkeitsentwicklung vollzieht sich somit im Zusammen- und Gegenspiel mit der sozialen Umwelt, wobei Adler das Kind stets als aktives, schöpferisches Wesen und nie als ausschließliches Produkt der Umwelt betrachtet.
= Das Wahrzunehmende wird mit Hilfe der eigenen Denk- und Fühlstrukturen erfasst und in diese Strukturen eingebaut. Verantwortlich für das, was wir wahrnehmen, sind nicht nur die von außen kommenden Sinnesreize, sondern ebenso unsere individuellen Voraussetzungen: Weltanschauung, Interessen, bereits gemachte Erfahrungen, Wissen, Denkstil, Art und Weise des Fühlens und Denkens, Stimmungen, Bedürfnisse.
Gemeinschaft /Gesellschaft (allgemeine Beziehungsfähigkeit, Fähigkeit des geselligen Umgangs) Liebe (Partnerbeziehung, Sexualität, Familie) Leistung ( Beruf - durch die Arbeit leistet der Einzelne seinen Beitrag an die gemeinschaftliche Bedürfnisbefriedigung und hilft so mit, die objektiv gegebene Schwäche des menschlichen Individuums durch einen sachlichen, gemeinschaftlichen Beitrag auszugleichen) |
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