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Individualpsychologie
 
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"Ich glaube mich an keine strenge Regel und Voreingenommenheit gebunden, vielmehr huldige ich dem Grundsatz: alles kann auch ganz anders sein."
Alfred Adler

 
 

 

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Dieser Satz Alfred Adlers war für mich der Grund, mich unter der Vielfalt der psychotherapeutischen Methoden für die Individualpsychologie zu entscheiden.
Brigitte Sindelar


Der Name "Individualpsychologie" meint die unteilbare Einheit von Körper, Seele und Geist des "Individuums". Er war auch als Abgrenzung gegenüber dem Freudschen Persönlichkeitsmodell gedacht, das mehrere miteinander in Konflikt liegende psychische Instanzen postuliert. Zwar unterscheidet Adler wie Freud zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen, aber das Unbewusste führt kein dem Bewusstseins entgegengesetztes Eigenleben. Die verschiedenen psychischen Funktionen wie Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmen, Lernen stehen alle im Dienst einer einheitlich ausgerichteten Motivation.

Die Individualpsychologie geht nicht von einzelnen Elementen aus, sondern vom Menschen als einem organischen Ganzen.

Adlers Lehre ist zudem eine Sozialpsychologie der Persönlichkeit. Der Charakter bildet sich als Resultat der Begegnung mit anderen Menschen, das ganze seelische Geschehen ist darauf ausgerichtet, einen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Die Gemeinschaft ist andererseits zu ihrer Verwirklichung und Entfaltung auf das Individuum genauso angewiesen, wie das Individuum zu seiner Selbstentfaltung die Gemeinschaft braucht. Damit leugnet Adler nicht Widersprüche zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungen, er wendet sich aber gegen die Annahme einer (der Freudschen Psychologie immanenten) "(quasi)naturgesetzlichen Verankerung dieser Widersprüche und die kulturpessimistische Sichtweise" (Antoch, 1981).
Bereits in seinem "Gesundheitsbuch für das Schneidergewerbe" (1898) befasste Adler sich mit sozialen Problemen und stellte die menschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt seiner Theorie. Dieses Interesse behielt er zeitlebens bei.

Er stand dem Gedanken des Sozialismus nahe, lehnte den Bolschewismus aber als untaugliches Mittel zur Erreichung des Sozialismus ab, weil er selbst auf Macht gegründet sei. In einem späten Beitrag verweist er darauf, „dass der ehrliche Psychologe seine Augen nicht davor verschließen kann, dass es Zustände gibt, die das Eingehen des Kindes in die Gemeinschaft (...) verhindern und es aufwachsen lassen wie im Feindesland. Deshalb muss er aufklärend wirken auch gegen schlecht verstandenen Nationalismus, wenn dieser die allmenschliche Gemeinschaft schädigt.“ (Adler, 1934, zitiert nach Ansbacher & Ansbacher, 1982)


 
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